Mehrkomponentenprotein

Wenn du dir gar keine Gedanken über die beste Proteinarte machen und dir einfach nur hochwertiges Eiweiß zuführen möchtest – welches Protein ist dann das richtige? Mehrkomponentenprotein!

Weiterlesen
Zur Ergebnisliste springen
Availability
Price
bis
Der höchste Preis ist €95,90
Löschen
3 Artikel
Spaltenraster
Spaltenraster

Filtern

Availability
Price
bis
Der höchste Preis ist €95,90
  • Scitec Nutrition Anabolic Iso+Hydro

    Scitec Nutrition Anabolic Iso+Hydro

    Scitec Nutrition Anabolic Iso+Hydro

    €56,90
  • BioTech USA Iso Whey Zero Black

    BioTech USA Iso Whey Zero Black

    BioTech USA Iso Whey Zero Black

    €56,50
  • Kevin Levrone ANABOLIC ISO WHEY 2kg

    Kevin Levrone ANABOLIC ISO WHEY 2kg

    Kevin Levrone ANABOLIC ISO WHEY 2kg

    €89,90

Mehrkomponentenprotein: das Allround-Protein, in dem mehr steckt

Proteinpulver ist eigentlich ein unkompliziertes Supplement – aber die Supplement-Industrie suggeriert etwas anderes. Anscheinend gibt es für fast jeden Anspruch, den man einen Proteindrink haben kann, ein spezielles Protein:

  1. Der Proteindrink ist als Post-Workout-Shake gedacht? Dafür ist Whey Protein als Konzentrat ideal.
  2. In dem Proteindrink soll möglichst viel reines Protein enthalten sein? Dann sollte er mit Whey Protein Isolat angemischt werden.
  3. Der Proteindrink soll erfrischend sein und kein schleimiges Mundgefühl hinterlassen? Das geht nur mit Clear Whey.
  4. Das Protein im Proteindrink soll nur langsam resorbiert werden, damit eine längere Versorgung mit Aminosäuren gewährleistet ist? Das ist ein Fall für Casein.
  5. Die ganze Chose soll vegan sein? Dann kommt nur veganes Protein in Frage.

Und was ist, wenn man sich als Sportler oder Sportlerin darüber gar keine Gedanken machen will? Wenn man sich einfach nur außerhalb der Mahlzeiten zusätzliches Eiweiß zuführen möchte? Dann sollte man zu Mehrkomponentenprotein greifen! Mehrkomponentenprotein ist das Allround-Protein. Es besteht aus verschiedenen Proteinarten und enthält ggf. auch noch andere Substanzen, die für Sportler relevant sind – etwa Kreatin. Es ist deshalb für alle Proteinsupplementierungsszenarien geeignet:

  • Post-Workout-Drink? Check!
  • Mahlzeitenersatzdrink? Check!
  • Proteindrink vor dem Schlafengehen? Check! (Vorsicht nur bei koffeinhaltigem Mehrkomponentenprotein-Produkten: Diese sind abends nicht ideal.)

Wer so ein „Multi-Protein“ kaufen will, kann also kaum etwas falsch machen. Es gibt aber ein paar Dinge, die man über Mehrkomponentenprotein wissen sollte.

Was ist Mehrkomponentenprotein?

Mehrkomponenten-Protein ist Proteinpulver, das mehrere unterschiedliche Proteinquellen miteinander kombiniert. Typischerweise kommen dabei

1. Whey Konzentrat,

2. Casein und

3. Ei-Protein (Albumin) zum Einsatz.

Manche Produkte enthalten zusätzlich auch noch Soja-Protein, was aber selten ist. In aller Regel ist Mehrkomponentenprotein ein Proteinmix aus Whey-, Casein- und Ei-Protein. Deshalb wird es auch häufig „3K-Protein“ genannt („3K“ steht dabei für „3 Komponenten“). 3K-Protein zu kaufen bedeutet also, eine Mischung aus den drei genannten Proteinquellen zu kaufen.

Warum hat Mehrkomponentprotein genau diese Zusammensetzung?

Dass Mehrkomponentenproteine fast immer aus Whey + Ei‑Albumin + Casein bestehen, hat im Wesentlichen drei Gründe.

1. Resorptionsgeschwindigkeit

Der Hauptgrund ist, dass die Geschwindigkeiten, mit denen die drei Proteinarten vom menschlichen Körper resorbiert werden, höchst unterschiedlich sind. Whey wird ziemlich schnell resorbiert – der Aminosäuren-Peak im Blut ist nach etwa 30–60 Minuten erreicht¹. (Ideal für schnelle MPS‑Stimulation.) Ei‑Albumin wird etwas langsamer resorbiert; der Aminosäuren-Peak im Blut ist nach 2–3 Stunden erreicht². Casein schließlich wird extrem langsam resorbiert, weil es im Magen aufgrund seiner Mizellen-Struktur eine Art Gel bildet. Die Aminosäurefreisetzung erfolgt über 5–7 h².

Die Idee hinter dem Mischen dieser drei Proteinarten ist nun folgende: Durch die Kombination der Proteinarten entsteht ein relativ gleichmäßiger Aminosäurestrom aus dem Verdauungstrakt ins System. Dieser hält über mehrere Stunden an und unterstützt so eine kontinuierliche Eiweißversorgung.

2. Aminosäureprofile

Die Aminosäurenprofile dieser drei Proteinarten ergänzen sich nahezu perfekt. Tatsächlich ist das durchschnittliche Mehrkomponentenprotein-Aminosäureprofil deutlich besser als das Aminosäurenprofil von Whey oder Casein allein. Whey Protein ist z. B. sehr reich an Leucin, wohingegen Ei-Albumin reich an schwefelhaltigen Aminosäuren ist. Casein wiederum ist reich an Glutamin (was u. a. relevant für die Stickstoffbilanz ist). Zusammen entsteht ein biologisch sehr vollständiges, hochverfügbares Gesamtprofil.

3. Chemische Eigenschaften (Mischbarkeit, Textur, Stabilität)

Die Hersteller von Proteinpulvern mischen die drei Proteine aber nicht nur wegen der Biologie, sondern auch wegen der Chemie:

  • Whey allein schäumt relativ stark. Das Ei-Albumin stabilisiert den Pulvermix.
  • Ei‑Albumin sorgt zudem für Emulgierung und für eine bessere Löslichkeit.
  • Casein verbessert die Cremigkeit und das „Mundgefühl“ des fertigen Drinks.
  • Die Mischung aus den drei Proteinen verhindert Ausflockung und verbessert die Lagerstabilität.

Das Ergebnis des Mischens ist also nicht nur ein hochwertiges Proteinpulver mit einer hohen biologischen Wertigkeit (die biologische Wertigkeit von Mehrkomponentenproteinen liegt teilweise über 150), sondern ein sensorisch unauffälliger, cremiger Shake, der nicht klumpt und gut schmeckt.

Was ist im Mehrkomponentenprotein sonst noch drin?

Viele Mehrkomponentenproteine enthalten außer den drei Proteinarten Whey, Casein und Ei noch andere Inhaltsstoffe (auch dann, wenn sie als „3K‑Proteine“ verkauft werden). Je nach Marketingkonzept werden sie gezielt mit Substanzen angereichert, die – genau wie Protein – im Kontext des Muskelaufbaus Relevanz haben. Warum tun die Hersteller das? Weil ein Mehrkomponentenprotein häufig als „All‑in‑One‑Supplement“ positioniert wird. Es kann dann zum Beispiel Koffein enthalten, wodurch es Eigenschaften eines Pre-Workout-Boosters bekommt. Oder es kann Kreatin enthalten. Oder typische Testo-Booster-Inhaltsstoffe wie etwa Asparaginsäure. (Letztere sind zwar wissenschaftlich umstritten, werden aber marktseitig stark nachgefragt, jedenfalls von Männern). Vitamine und Mineralstoffe wie B‑Vitamine, Magnesium oder Zink, die für den Energiestoffwechsel oder für die Hormonfunktion eine Rolle spielen, sind auch oft mit von der Partie. Wenn man ein 3 Komponenten-Protein kaufen will, sollte man sich also fragen: Will ich nur ein Proteinpulver – oder will ich ein ganzheitlich konzipiertes Sport-Supplement in Pulverform?

Mehrkomponentenprotein oder Whey – was ist besser?

Die Frage „Was ist besser?“ ist in diesem Kontext falsch gestellt, denn Mehrkomponentenprotein verfolgt als Supplement gegenüber Whey Protein einen anderen Ansatz: Es ist das „Allzweck-Tool“ unter den Proteinpulvern. (Whey dagegen ist eine Art „Spezial-Protein“, das von Fitness-Sportlern gern in zeitlicher Nähe zum Training konsumiert wird.) Was man sagen kann, ist dies: Whey Protein wird im Vergleich zu Mehrkomponentenprotein schneller aufgenommen. Das ist aber nur ein Unterscheidungsmerkmal, kein Qualitätskriterium. Allerdings legen Studien nahe, dass Proteinmixe im Kontext der Proteinsynthese generell etwas besser abschneiden als Einzelproteine. Das gilt im Übrigen auch für solche Proteinmixe, die sich zum Teil aus pflanzlichen Proteinen zusammensetzen³,⁴. Heißt das, dass Blended-Protein die Muskelproteinbiosynthese besser unterstützt als z. B. Whey oder Casein in Reinform? Nein, so platt lässt sich das nicht postulieren. Mehrkomponentenprotein für Muskelaufbau zu kaufen, ist aber sicher nicht das Verkehrteste, was man tun kann.

Kaufberatung: So findest du das beste Mehrkomponentenprotein für dich

Sind Mehrkomponentenproteinpulver alle gleich? Nein, natürlich nicht! Je nachdem, welchem Einsatzzweck sie primär dienen sollen (Förderung des Muskelaufbaus generell, Einsatz als Pre-Workout-Drink, Einsatz als Mahlzeitenersatz usw.), sind sie unterschiedlich zusammengesetzt. Wenn du Mehrkomponenteneiweiß kaufen willst, lies die folgenden Tipps, bevor du dich für ein Produkt entscheidest!

1. Achte auf das Verhältnis der Proteinquellen

Wenn du das Mehrkomponentenprotein primär zur Zubereitung von Pre- oder Post-Workout-Drinks nutzen willst, solltest du auf einen hohen Whey-Anteil (50–60 %) achten, damit schnelle Aminosäureverfügbarkeit gewährleistet ist. Wenn du das Protein dagegen als Abendprotein nutzen oder dir damit Meal-Replacement-Drinks anmischen willst, ist ein hoher Casein-Anteil wichtiger (30–40 %). Der Anteil des Ei‑Albumins (das ist das „mittelschnelle“ Protein in dem Trio) sollte 10–30 % betragen. Das ist üblich und funktional sinnvoll.

2. Prüfe, ob Zusatzstoffe sinnvoll oder überflüssig sind

Viele 3K‑Proteine enthalten Kreatin, Koffein, Beta‑Alanine, D‑Asparaginsäure oder Vitamine/Mineralstoffe. Überlege dir, ob du diese Ingredienzen brauchst.

  • Für Muskelaufbau ist Kreatin ein Plus.
  • Für Pre‑Workout-Drinks können Koffein und Beta‑Alanine sinnvoll sein.
  • Für einen Mahlzeitenersatzdrink sind Vitamine und Mineralstoffe von Vorteil.
  • Wenn du hingegen nur reines Protein haben willst, brauchst du alle diese Zusätze nicht.

3. Zucker, Süßstoffe und Füllstoffe checken

Ein gutes Mehrkomponentenprotein braucht kein Maltodextrin und keine anderen Füllstoffe. Ein Blick auf die Nährwerttabelle zeigt dir, ob das Produkt sauber formuliert ist.

4. Geschmack und Löslichkeit realistisch einschätzen

Geschmack und Löslichkeit kannst du natürlich nicht vor dem Kauf testen – aber du kannst dich informieren! Die zuverlässigsten Informationsquellen sind:

  1. Kundenrezensionen in Shops und auf Marktplätzen wie Amazon
  2. Produktreviews (z. B. auf YouTube oder auf Blog-Plattformen)
  3. Vergleiche (Rankings) auf Bewertungsportalen
  4. Bewertungen zur Löslichkeit (Klumpenbildung, Schaumbildung, Cremigkeit)
  5. Geschmacksvergleiche zwischen Marken

Achte dabei auf wiederkehrende Aussagen: Wenn 20 Leute schreiben „schäumt extrem“, dann ist da wohl etwas dran. Wenn hingegen nur ein einziger Käufer schreibt „Schmeckt wie eingeschlafene Füße“, hat er diese Meinung wahrscheinlich exklusiv.

5. Preis-Leistungs-Verhältnis checken

Ein gutes 3K‑Protein kostet zwischen 20–35 €/kg. Alles deutlich darunter ist oft minderwertig, alles deutlich darüber ist häufig reiner „Marken-Bonus“. Ein so teures Mehrkomponentenprotein muss technologisch oder sensorisch wirklich überzeugen.

 

__

  1. A.-I. Mulet-Cabero (2020): “Impact of caseins and whey proteins ratio and lipid content on in vitro digestion and ex vivo absorption” (https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0308814620303769)
  2. TTrening.com (2026): “Protein Absorption Rates: How Fast Your Body Digests Whey, Casein, Egg & Plant Protein” (https://ttrening.com/learn/articles/protein-absorption-rates)
  3. I. van der Heijden et al. (2025): “Plant protein blend ingestion stimulates post-exercise myofibrillar protein synthesis rates equivalently to whey in resistance-trained adults” (https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC11810040/)
  4. P. T. Reidy et al. (2013): “Protein Blend Ingestion Following Resistance Exercise Promotes Human Muscle Protein Synthesis” (https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC3738242/)

Häufig gestellte Fragen

Ist Mehrkomponenten-Protein für Einsteiger geeignet?

Ja, sogar besonders gut. Viele Anfänger möchten zunächst nur ein einziges Proteinprodukt verwenden (und nicht gleich verschiedene Proteinpulver kaufen). Mehrkomponentenprotein deckt die meisten Alltagssituationen zuverlässig ab und erfordert kein kompliziertes Timing. Deshalb gilt es oft als das beste erste Protein-Supplement für Anfänger.

Enthält Mehrkomponenten-Protein Laktose?

In den meisten Fällen ja. Sowohl Whey als auch Casein stammen aus Milch und enthalten daher gewisse Mengen Laktose. Menschen mit ausgeprägter Laktoseintoleranz sollten deshalb vorsichtig sein, wenn sie 3K-Protein kaufen wollen. Sie sollten vielleicht lieber zu Mehrkomponentenprotein auf pflanzlicher Basis greifen (das gibt’s nämlich auch).

 

Kann man Mehrkomponentenprotein zu jeder Tageszeit nehmen?

Ja – das ist ja einer der Hauptgründe für seine Beliebtheit. Die Frage „Mehrkomponenten Protein – wann nehmen?“ ist obsolet, weil man es morgens, als Zwischenmahlzeit, nach dem Training oder am Abend konsumieren kann.

Kann man Whey und Mehrkomponentenprotein kombinieren?

Ja – allerdings sollte man das nicht im selben Drink tun. (Das ist insofern unsinnig, als Mehrkomponentenprotein ja bereits Whey Protein enthält.) Viele Sportler nutzen indes Whey direkt nach dem Training und Mehrkomponenten-Protein im restlichen Tagesverlauf. Dadurch profitieren sie sowohl vom schnellen Aminosäureanstieg als auch von der länger anhaltenden Versorgung. Die beiden Konzepte ergänzen sich hervorragend.